Ein Renner für Puristen – 997 GT3 RS 4.0

Ein Renner für Puristen – 997 GT3 RS 4.0
17. April 2019 Frank Fiegenschuh

Quelle: PORSCHE SCENE Stories / Reportagen
Text: Thomas Borowski
Fotos: Heinz-Peter Keller (BM)

Als 911 GT3 werden die seit 1999 gebauten Sportversionen der Elfer mit wassergekühltem Saugmotor bezeichnet. Die von 1972 bis 1997 produzierten Vorgänger mit luftgekühltem Saugmotor heißen Carrera RS. Wie alle GT-Modelle zeichnet sich auch der 911 GT3 durch Verzicht auf Komfort aus. Somit verkörpert er für Puristen die Konzentration aufs sportliche Fahren. Er ist die Straßenversion des im Porsche Supercup eingesetzten 911-GT3-Cup-Rennwagens und nur so weit modifiziert, wie es für den Alltagsgebrauch und den Erhalt der Straßenzulassung nötig ist.

Im April 2011 stellte Porsche eine auf 600 Exemplare limitierte Sonderserie auf Basis des 450 PS starken 997 GT3 RS 3.8 vor. Der 911 GT3 RS 4.0 wird von einem 4 Liter großen Sechszylinder-Boxermotor angetrieben, der mit maximal 500 PS und einem Drehmoment von bis zu 460 Nm in Bezug auf Hubraum als auch Leistung die größte bis dahin verfügbare Motorisierung für den 911 GT3 darstellt. Dieser weiße RS 4.0 von 2011 hat erst 5.900 Kilometer gelaufen und zeigt sich im Bestzustand. Der seltene Porsche trägt das Sport-Chrono-Paket Plus, einen lackierten Überrollbügel und farbige 6-Punkt-Sicherheitsgurte.

Die Literleistung von 125 PS dieses Fahrzeugs ist die höchste spezifische Leistung aller Saugmotoren, die in den straßenzugelassenen Modellen des 997 verbaut wurden. Die Kurbelwelle des Triebwerks stammt ohne Änderungen aus dem seit 2010 produzierten Rennwagen GT3 RSR 4.0. Das Leergewicht ist gegenüber dem GT3 RS 3.8, der mit dem Erscheinen des RS 4.0 ebenso wie der GT3 3.8 aus der Modellpalette gestrichen wird, um 10 kg auf 1360 kg reduziert.

Erstmals bei einem Serien-911er sind so genannte Flics zur Reduzierung des bei hoher Geschwindigkeit entstehenden Auftriebs an der Vorderachse montiert. Diese an beiden Seiten der Frontschürze befindlichen Luftleitschaufeln erhöhen den Abtrieb und stabilisieren dadurch das Fahrzeug vor allem im oberen Geschwindigkeitsbereich. Da der Großteil der GT3- und GT3-RS-Fahrer ihr Fahrzeug regelmäßig auf Rennstrecken bewegen, wurde bei der Entwicklung auch auf eine entsprechende Rundstreckentauglichkeit geachtet.

Bei ersten Testfahrten auf der Nordschleife des Nürburgrings benötigte der GT3 RS 4.0 für die rund 21 km lange Strecke lediglich 7,27 Minuten. Damit ist er sechs Sekunden schneller als der 2009 vorgestellte RS 3.8 und immer noch eine Sekunde schneller als der 2003 vorgestellte und 612 PS starke V10-Mittelmotor-Supersportwagen Carrera GT. Die gesamte Auflage von 600 Exemplaren des mindestens 178.596 Euro teuren RS 4.0 war bereits vor Produktionsstart vollständig ausverkauft.

Entsprechend selten ist dieses schnelle Coupé zu sehen. Der heckgetriebene Elfer verfügt über ABS und ASR, Servolenkung, ein Sportfahrwerk, Sportsitze und Traktionskontrolle. Dieser weiße GT3 RS 4.0 trägt Einstiegsblenden aus Carbon, eine Frontscheibe mit Bandfilter oben und eine dritte Bremsleuchte.

 

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